Gibt es neurobiologische Marker für den Erfolg des Trainings sozialer Kompetenzen unter Oxytocin?


Das Training sozialer Kompetenzen findet in verschiedenen Städten in Deutschland statt. Die MRT Studie zur Untersuchung neurobiologischer Marker findet unter der Leitung von Prof. Peter in Kirsch Mannheim und unter der Leitung von Prof. Stefan Ehrlich in Dresden statt – bei Interesse können Sie gerne Kontakt mit einem Zentrum in Ihrer Nähe aufnehmen (siehe auch Projekt „Training Sozialer Kompetenzen“)!

Worum geht es?

In unserer Therapiestudie wird untersucht, ob die Wirksamkeit eines Trainings sozialer Kompetenzen (SKT) weiter verbessert werden kann, indem die Teilnehmer zu Beginn jeder Trainingsstunde Oxytocin per Nasenspray erhalten. Um neurobiologische Marker für den Erfolg des Trainings sozialer Kompetenzen zu finden werden die Teilnehmer in einem Magnetresonanztomographen (MRT) untersucht. Es werden einerseits Veränderungen der Gehirnaktivierung infolge des Gruppentrainings in Abhängigkeit einer zusätzlichen Oxytocin-Gabe erfasst (vorher-nachher Vergleich). Andererseits wird untersucht, ob bereits bei der Erstmessung (vor dem Training) bestimmte Gehirnaktivierungsmuster vorliegen, die eine Vorhersage ermöglichen, ob der individuelle Teilnehmer wahrscheinlich von dem Training profitieren wird.

 

Für wen kommt diese Studie in Frage?

Diese Studie richtet sich an Kinder und Jugendliche die …

  • … eine Diagnose Autismus-Spektrum-Störungen haben.
  • … zwischen 8 und 18 Jahre alt sind.
  • … über zwölf Wochen an einer verhaltenstherapeutischen Gruppentherapie (Training sozialer Kompetenzen) teilnehmen wollen.
  • … an einer MRT Studie teilnehmen wollen und keine Zahnspange oder andere Metallteile (oder Tätowierungen) im Körper haben.

Wie läuft die Studie ab?

Diese Studie ist Teil der Untersuchung zur Wirksamkeit der Kombinationsbehandlung aus einem Training sozialer Kompetenzen und einer Oxytocin-Gabe

  • Voruntersuchungen:
    • Neben den Voruntersuchungen, die für die Therapiestudie notwendig sind (ausführliche psychologische und medizinische Untersuchung sowie autismusspezifische Diagnostik etc.) wird eine MRT Untersuchung durchgeführt.
    • Während der MRT Untersuchung lösen die Teilnehmer Aufgaben. Sie dauert ca. 60 Minuten.
  • Therapie:
  • Jede Gruppe besteht aus etwa fünf bis sechs Kinder bzw. Jugendlichen und findet einmal wöchentlich in Sitzungen von 90 Minuten über die Dauer von 12 Wochen statt. Die Gruppen werden jeweils von zwei Therapeuten betreut.
  • Nachuntersuchungen:
    • Innerhalb einer Woche nach Abschluss der Therapiestudie wird die MRT Untersuchung wiederholt.

 

 



Veröffentlichungen


Publikation  Friederike I. Tam, Joseph A. King, Daniel Geisler, Franziska M. Korb, Juliane Sareng, Franziska Ritschel, Julius Steding, Katja U. Albertowski, Veit Roessner, Stefan Ehrlich (2017). Altered behavioral and amygdala habituation in high-functioning adults with autism spectrum disorder: an fMRI study. Scientific Reports, vol. 7, issue 1 Online lesen